Author(s) / Source(s): Mitteilung der Pressestelle
• Geschäftsbetrieb und Fertigung laufen ohne Einschränkungen weiter – Löhne und Gehälter der knapp 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mindestens bis Ende April gesichert
• Unternehmen wird in den nächsten Monaten einen Sanierungsplan erarbeiten – Lieferanten und Kunden, darunter namhafte Schienenfahrzeughersteller, unterstützen die Neuaufstellung
• Team von Schultze & Braun um die Sanierungsexperten Dr. Ludwig J. Weber und Michael Böhner berät und unterstützt – Dr. Malte Köster von KÖSTERBERNER zum vorläufigen Sachwalter bestellt
Delmenhorst. Die HERMA Train Components GmbH mit Sitz im niedersächsischen Delmenhorst stellt sich in eigener Regie neu auf und nutzt dazu seit Mitte Februar die Möglichkeiten eines Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung. Der Geschäftsbetrieb und die Fertigung beim Komponenten-Spezialisten für Schienenfahrzeuge laufen derweil ohne Einschränkungen weiter. „Alle Aufträge werden wie geplant bearbeitet, produziert und geliefert. Unsere Kunden erhalten weiterhin die qualitativ hochwertigen Produkte und die ausgezeichnete Beratung, die sie von uns kennen“, sagt Alexander Müller, Geschäftsführer von HERMA Train Components.
40 Jahre Erfahrung in der Komponentenfertigung
Das Unternehmen besteht seit 1986 und ist spezialisiert auf die Fertigung von Komponenten für Schienenfahrzeuge. So fertigt HERMA Train Components als zertifizierter Schweißfachbetrieb maßgeschneiderte, hochwertige Bauteile aus Alu-, Niro-, Duplex- und Stahlblech. Das Leistungsspektrum umfasst Systemkomponenten, Baugruppen und Einzelteile für den Unterflurbereich, die Klimatisierung und den Innenausbau. Die Löhne und Gehälter der knapp 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mindestens bis Ende April über das sogenannte Insolvenzgeld gesichert. Ab Mai soll das Unternehmen so aufgestellt sein, dass die Löhne und Gehälter wieder aus dem laufenden Geschäftsbetrieb erwirtschaftet werden können.
Abschluss der Neuaufstellung im Laufe des Sommers angestrebt
Ziel ist, das Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung im Laufe des Sommers mit einem Sanierungsplan abzuschließen. Diesen wird die Geschäftsführung mit Unterstützung eines erfahrenen Teams der deutschlandweit aktiven Sanierungskanzlei Schultze & Braun um die anerkannten Sanierungsspezialisten Dr. Ludwig J. Weber und Michael Böhner innerhalb der nächsten Monate erarbeiten und dem Gericht vorlegen. Weber und Böhner verstärken als Generalbevollmächtigte die Geschäftsführung und beraten und unterstützen sie während des Verfahrens.
„Wir werden das Sanierungsverfahren nutzen, um HERMA Train Components so aufzugleisen, sodass das Unternehmen langfristig am Markt erfolgreich sein kann. Wir sind sehr zuversichtlich, dass uns das gelingen wird“, sagen Dr. Ludwig J. Weber und Michael Böhner von Schultze & Braun. „Das Geschäftsmodell ist grundsätzlich intakt und derzeit nur durch externe Krisen beeinträchtigt. Mit der avisierten Neuaufstellung stabilisieren wir das Unternehmen und schaffen die Basis für neue Wachstumsimpulse. HERMA Train Components war und ist ein anerkannter Hersteller qualitativ hochwertiger Komponenten und Baugruppen für Schienenfahrzeuge, ein verantwortungsvoller Arbeitgeber und ein verlässlicher Partner für Kunden und Lieferanten. Das alles stimmt uns optimistisch.“ Die Lieferanten und Kunden von HERMA Train Components, zu denen mehrere namhafte Schienenfahrzeughersteller gehören, haben signalisiert, dass sie die eingeleitete Neuaaufstellung unterstützen.
Von Seiten des Gerichts begleitet Dr. Malte Köster von der Kanzlei KÖSTERBERNER das Sanierungsverfahren. Er wurde zum vorläufigen Sachwalter bestellt und wird die Geschäftsführung im Rahmen der Sanierung beaufsichtigen und konstruktiv begleiten. „Die bisherige und künftige Aufstellung des Unternehmens und die bereits eingeleiteten Maßnahmen sind eine gute Ausgangslage, um die eingeleitete Neuausrichtung von HERMA Train Components zu einem Erfolg zu bringen“, so Köster.
Pandemieeffekte, Lieferkettenstörungen und Vorfinanzierungsdruck
Die wirtschaftliche Schieflage von HERMA Train Components ist auf mehrere, sich gegenseitig verstärkende Faktoren zurückzuführen. Nach einem langjährig erfolgreichen Geschäftsbetrieb als Zulieferer für namhafte Schienenfahrzeughersteller wie Alstom/Bombardier, Hitachi, Siemens und Stadler geriet das Unternehmen mit Beginn der COVID-Pandemie aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen zunehmend unter Druck. Massive Störungen in den globalen Lieferketten führten zu Verzögerungen in der Produktion sowie zu verlängerten Zahlungsfristen seitens der Kunden. Gleichzeitig stellten immer mehr Lieferanten auf Vorkasse um, wodurch sich der Liquiditätsdruck weiter verschärfte. Bereits vorfinanzierte Materialien und nahezu fertiggestellte Komponenten konnten nur verzögert ausgeliefert werden und führten so zu hohen Mittelabflüssen ohne entsprechende Einnahmen. Die so entstandene Liquiditätslücke konnte im Nachgang der Pandemie trotz eingeleiteter Sanierungsmaßnahmen nicht nachhaltig geschlossen werden – unter anderem auch aufgrund der im Zuge des Ukrainekriegs weiter gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Energie.
Der Unternehmensgeschichte noch viele weitere Jahrzehnte hinzufügen
„Wir haben bereits damit begonnen, unsere Struktur an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen, diesen Weg wollen wir im nun begonnen Verfahren weitergehen und HERMA Train Components neu und zukunftsfähig aufstellen und wir den inzwischen vier Jahrzehnten der Unternehmensgeschichte noch viele weitere hinzufügen können“, sagt HERMA-Geschäftsführer Alexander Müller.
Die HERMA Train Components GmbH: HERMA Train Components ist seit ihrer Gründung 1986 auf die Fertigung von Komponenten für Schienenfahrzeuge spezialisiert. Zu den Kunden zählen namhafte Schienenfahrzeughersteller. Als zertifizierter Schweißfachbetrieb produziert HERMA Train Components maßgeschneiderte, hochwertige Bauteile aus Alu-, Niro-, Duplex- und Stahlblech. Das Leistungsspektrum umfasst Systemkomponenten, Baugruppen und Einzelteile für den Unterflurbereich, die Klimatisierung und den Innenausbau. Auf Wunsch unterstützt das Unternehmen auch im Bereich Konzeption, Konstruktion oder Projektierung. (www.herma-train.net)
Eigenverwaltung: Das Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung erlaubt einem Unternehmen die Sanierung in eigener Regie. Die Geschäftsführung bleibt voll handlungsfähig und kann uneingeschränkt agieren. Beaufsichtigt wird sie von einem vom Gericht bestellten Sachwalter. Ziel einer Eigenverwaltung ist die Sanierung des Unternehmens. Beraten und unterstützt wird die Geschäftsführung dabei von einem anerkannten Sanierungsexperten. Bei der HERMA Train Components GmbH sind das Dr. Ludwig J. Weber und Michael Böhner von Schultze & Braun als Generalbevollmächtigte.
Team Schultze & Braun (Eigenverwaltung):
• Dr. Ludwig J. Weber (Generalbevollmächtigter)
• Michael Böhner (Generalbevollmächtigter)
• Alexander von Saenger (Sanierungsarbeitsrecht)
• Thomas Dömmecke (Gesellschaftsrecht)
• René Schmidt (Insolvenzrecht)
• Stefan Höge (Liquiditätsplanung)
Team KÖSTERBERNER (Sachwaltung)
• Dr. Malte Köster (vorläufiger Sachwalter)
• Martin Gehlen (Insolvenzrecht)
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